Herstellungsvarianten für Plastikkarten
Plastikkarten sind aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Wir alle tragen sie ständig mit uns herum. Angefangen bei der klassischen EC-Karte, die zum Girokonto einfach dazu gehört, über die Karte der Krankenkasse, die Sammelkarte beim Einkaufen bis hin zur Kreditkarte oder vielen weiteren Karten, deren Aufzählung an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde. Selbst viele moderne Zeiterfassungssysteme arbeiten heute mit Plastikkarten
. Allerdings werden für jede Form der Plastikkarten unterschiedliche Herstellungsverfahren eingesetzt. Und um genau diese soll es heute gehen, denn die verschiedenen Plastikkarten werden allesamt auf eine jeweils andere Art und Weise hergestellt.
Die Einschicht und Mehrschicht Plastikkarten
Zunächst einmal sind die Einschicht und Mehrschicht Plastikkarten zu nennen. Die Einschicht-Variante wird im Spritzgießverfahren hergestellt. Dabei kann die Einschicht Plastikkarte nur mit einem Siebdruck in der Oberfläche bedruckt werden. Diese Plastikkarten sind die bei weitem günstigsten, allerdings auch einfachsten Varianten der Plastikkarten. Sie werden häufig für Werbeaktionen und Mailings eingesetzt.
Die Mehrschicht Plastikkarten dagegen entstehen durch einen Schweißvorgang. Dabei muss die Temperatur ausreichend hoch gewählt werden, damit die einzelnen Schichten, bestehend aus PVC, PET, PC und anderen Materialien zu einem möglichst festen Verbund werden. Auch der Druck muss hierbei sehr hoch gewählt werden. Da bei der Mehrschicht Plastikkarte mehrere Schichten übereinander gebracht werden, können sowohl der Offset-, als auch der Siebdruck verwendet werden. Sogar der Laserdruck ist hierbei möglich. Alle Druckelemente können in die Karte hinein gedruckt werden. Aus diesem Grund werden Mehrschicht Plastikkarten auch immer dann verwendet, wenn die RFID Technologie oder die Induktive Technologie eingesetzt werden sollen.
Polycarbonat und PVC Plastikkarten
Die Polycarbonat Plastikkarten werden ebenfalls nach dem Mehrschicht-System angefertigt. Im Gegensatz zur herkömmlichen PC-Karte hält diese Plastikkarte aber deutlich höheren Temperaturen stand, kurzfristig können ihr auch Temperaturen um die 100 Grad Celsius nichts anhaben. Allerdings muss der Kartendrucker, der die Polycarbonat Plastikkarten drucken will, auf die höheren Temperaturen eingestellt werden.
Bei PVC Plastikkarten, die mit einem Polycarbonat-Kern versehen sind, werden die Schichten aus PVC, PC und wieder PVC angefertigt. Dabei sorgt der Kern aus Polycarbonat für eine hohe Festigkeit im Bezug auf die Verbindung. Die Oberfläche, die aus PVC besteht, sorgt dagegen dafür, dass auch ein herkömmlicher Kartendrucker diese Plastikkarten ohne zusätzliche Einstellungen drucken kann.
Weitere Plastikkarten
Zusätzlich können Plastikkarten mit Hilfe eines Stanzwerkzeuges in Sonderformaten erstellt werden. Hierbei handelt es sich in der Regel ebenfalls um Mehrschicht Plastikkarten. Sie werden gerne für Werbeaktionen verwendet und können auch völlig anders, als in der DIN-Form hergestellt werden.
Auch Large Badge Plastikkarten sind erhältlich. Sie zeichnen sich durch eine enorme Größe aus und werden gerne bei Events eingesetzt, wo sehr viele Menschen das Gedruckte auf der Karte lesen können sollen.
Die Clamshell Plastikkarten dagegen arbeiten wieder mit der RFID Technologie. Diese wird jedoch in eine Form eingebracht, die aus zwei dicken Hartschalen besteht. Damit sind diese Plastikkarten gut drei bis vier Mal so dick, wie herkömmliche Plastikkarten. Die Clamshell Plastikkarten werden mittels Siebdruck bedruckt. Eine Individualisierung der Plastikkarten ist ebenfalls möglich, hierfür kommen Laser oder Inkjet zum Einsatz. Aktive Transpondersysteme und ähnliches sind die häufigsten Einsatzgebiete dieser Plastikkarten.
Bild: Claudia Hautumm / pixelio.de