Neuer Asphalt für eine bessere Umwelt

Der Straßenbau an sich ist ja eigentlich eine Arbeit, die unsere Umwelt stark belastet. Für die Herstellung von Asphalt wird Bitumen benötigt, ein Stoff, der bei der Produktion von Erdöl entsteht. Außerdem muss Gestein eingesetzt werden, welches oftmals große Entfernungen überwinden muss, wodurch wieder vermehrt CO2 entsteht. Im Gegensatz dazu stehen die Straßen, die ständig durch den Winter beschädigt werden. Nachdem auch dieser Winter wieder sehr hart war, sind die Straßenschäden noch deutlicher erkennbar. Nahezu jede zweite kommunale Straße in Deutschland ist mit Schlaglöchern regelrecht übersät. Diese Straßen werden aber nicht neu gebaut, sondern nur ausgebessert. Dafür wird der Belag im oberen Bereich abgefräst, man spricht hierbei auch von Ausbauasphalt. Dieser darf in sehr geringem Maße wieder verwendet werden, um untere Schichten für neue Straßen zu erstellen. Jetzt soll es jedoch eine weitere Möglichkeit geben.

 

Asphalt recyclen

 

Ein Schleswig-Holsteiner Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem die jährlich anfallenden 14 Millionen Tonnen Ausbauasphalt vollkommen recyclet und wieder verwendet werden könnten. Dabei wird der Ausbauasphalt erhitzt und anschließend gibt man eine Kombination aus Öl und Wachs hinzu, die beim Recycling von altem Motoröl entsteht. Dadurch wird das gealterte und verhärtete Bitumen im Asphalt wieder zähflüssig. Somit soll es möglich werden, den so recycleten Asphalt vollständig wieder im Straßenbau einzusetzen und das sogar als Deckschicht auf den Straßen.

 

Dabei geben die Wissenschaftler an, dass das Wachs dafür sorgt, dass die Standfestigkeit der Straßendecke deutlich erhöht wird. Auf privatem Gelände wurde der neue Öko-Asphalt bereits über Jahre hinweg ausgetestet. Nun war es im September 2010 soweit. 500 Meter des Pollhornwegs im Hamburger Hafen wurden mit dem neuen Asphalt überzogen. Diese Straße wird täglich von mehr als 400 LKW befahren. Der lange harte Winter konnte dem Straßenbelag bisher nichts anhaben.

 

Jetzt bleibt noch abzuwarten, wie der Belag den Sommer verkraftet. Man hofft in Hamburgs Behörde für Stadtentwicklung, dass der Sommer 2011 besonders heiß wird, um auch die Robustheit gegenüber extrem hohen Temperaturen optimal austesten zu können.

 

Idee wird frühestens in drei Jahren umgesetzt

 

Die neue Idee für den recyclebaren Asphalt wird aber noch lange nicht landesweit auf allen Straßen umgesetzt werden. In das Regelwerk kann das Verfahren erst nach ausreichenden Tests aufgenommen werden. Diese sollen noch über wenigstens drei Jahre laufen. In dieser Zeit soll der Asphalt auf dem Pollhornweg immer wieder auf Risse untersucht werden. Und selbst wenn die Tests positiv und erfolgreich verlaufen, bleibt es immer noch fraglich, ob die neue Technologie bundesweit eingesetzt werden wird. Denn die Regelwerke für den Straßenbau werden von den Ländern selbst zusammengestellt. Eine bundesweit einheitliche Lösung ist demnach mehr als fraglich.

 

Auch im Autobahnbau wird der neue Öko-Asphalt voraussichtlich frühestens in mehreren Jahren eingesetzt werden können. In anderen Ländern dagegen wird das neue Verfahren deutlich positiver aufgenommen. Alleine in Brasilien liegen Tausende von Tonnen Ausbauasphalt brach, diese könnten effektiv genutzt und für den kostengünstigen Straßenbau verwendet werden. Denn nicht nur die Umwelt wird mit dieser Methode geschützt, sondern genauso der Geldbeutel. Der Öko-Asphalt ist in der Herstellung nämlich gute 30 Prozent preiswerter, als herkömmlicher Asphalt.

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