Partnervermittlung für Gorillas

Eine Wissenschaft für sich ist die Partnervermittlung für Gorillas. In den Zoos unserer modernen Welt gehören sie zu den beliebtesten Tieren überhaupt. Dennoch sind sie vom Aussterben bedroht. Zunächst einmal verhalten sich Gorillas, wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge, sehr menschlich. Eine Verpaarung mit Eltern, Kindern oder Geschwistern wird nur widerwillig angenommen. Zwangsehen beispielsweise werden nicht zu einer Fortpflanzung der Tiere führen. Und sollte die Inzucht doch einmal funktionieren, besteht die Gefahr, dass der genetische Pool der Jungen deutlich verringert wird. Dann hätten wir in den Zoos keine echten Gorillas mehr, sondern nur noch schwache Kopien der Wildtiere.

Aus diesem Grund hat sich eine österreichische Gorilla-Kennerin mit der Verpaarung von Gorillas befasst. Sie leitet heute eine Partnervermittlung für die Tiere, die unter dem Namen „Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Gorillas“ bekannt ist.

Gorillas brauchen Zeit

Die Österreicherin Rosl Kirchshofer hält insgesamt 685 Karteikarten, sprich Zuchtbücher, von Gorillas vor, die aus aller Welt stammen. Sie versucht durch die genetischen Merkmale der Tiere, sowie deren charakterliche Züge die perfekten Partner füreinander zu finden. Dabei geht es darum, dass auch die Zoodirektoren mit ziehen. Denn nur, wenn sie bereit sind, eines ihrer Tiere für die Verpaarung mit einem anderen auszuleihen, kann eine erfolgreiche Fortpflanzung und damit der Erhalt der Gorillas gewährleistet werden.

Allerdings ist die Partnervermittlung bei Gorillas gar nicht so einfach. Die Tiere brauchen viel Zeit, um sich erst einmal kennen zu lernen. Und trotz aller Vorauswahlen, die bei der Partnervermittlung für Gorillas getroffen werden, klappt die Zusammenführung zweier Tiere nicht immer. Können sie sich buchstäblich nicht riechen, wird es auch garantiert nicht zu einer Verpaarung kommen.

Ein untrügliches Zeichen für die Zuneigung der Tiere zueinander ist der Blickkontakt. Wissenschaftler bestätigen das, denn normalerweise meiden Gorillas jeden Blickkontakt mit ihren Artgenossen. Kommt es zu einem solchen, zeigt das, dass man sich gut leiden kann. Die Initiative wird dabei von den Weibchen ergriffen, sie müssen den ersten Schritt auf den maskulinen Gorilla zugehen, damit es zu einer Verpaarung kommen kann.

Es kann jedoch recht lange dauern, bis es soweit ist. In einem Fall lernten sich die beiden Partner über drei Jahre kennen, bevor es endlich soweit war und es zur Verpaarung kam. Ein Gorilla-Baby ist der krönende Abschluss der Arbeit der Partnervermittlung für Gorillas.

Wie die Partner ausgewählt werden

Für die Auswahl der Partner bei Gorillas werden recht ähnliche Maßstäbe, wie beim Menschen gesetzt. An erster Stelle für die Zucht steht natürlich der genetische Pool. Hierbei können nur gesunde und wesensfeste Tiere für die Erhaltung der Art ausgewählt werden. Dabei werden auch die Vorfahren genauer beachtet, um Gorillas aus Inzestzuchten gar nicht für neue Zuchten einzusetzen. Die einmalige Verpaarung von Vater und Tochter beispielsweise würde bei dem Kind eine Verringerung der genetischen Vielfalt um 25 Prozent hervorrufen.

Daneben sind die Charakterzüge entscheidend, wenn es um die Partnervermittlung für Gorillas geht. Hierbei müssen die Zoodirektoren und Pfleger der Tiere Auskunft geben. Ein sehr draufgängerischer Gorilla-Mann und eine extrem schüchterne Gorilla-Dame werden kaum zueinander finden. Somit stellt man bei der Partnervermittlung erst einmal einige Verpaarungsvorschläge zusammen, die aber anschließend noch von einem Experten-Gremium genehmigt werden müssen. Dann erst werden die Tiere zusammengeführt und nun heißt es abwarten, ob sie sich verstehen.

Diese Kriterien, nachdem die Gorillas zusammen geführt werden gibt es ebenfalls auch beim Menschen, sodass die Partnervermittlung bei uns ähnlich abläuft, wir allerdings niemanden benötigen, der das für uns entscheidet.
Nach diesen Kriterien unseren Partner auszuwählen, wurde uns naturgegeben und so wählen wir instinktiv jemanden, der von der DNA her am besten zu uns passt. Genauso wie bei dem Gorillas spielt dabei  der Geruch, das langjährige Kennen lernen und die Gesundheit eine große Rolle für die Entscheidung, ob man mit jemanden Nachwuchs haben möchte oder nicht.

Bild: Dieter Haugk / pixelio.de

 

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